Die Macht der Normalität

Was ist richtig? Was ist falsch? Was ist normal? – Im Laufe des Tages bewerten und kategorisieren wir ganz unbewusst und ohne bösen Hintergedanken die Geschehnisse, Erlebnisse und Begegnungen unseres Alltags. Wir haben eine Meinung zum mürrischen Postboten, zum zugeknöpften Aktenträger und zur fröhlichen Frisöse. Wir reagieren und kommentieren Andere und werden ebenso vom Gegenüber gelesen und bewertet. Hierbei leiten uns innere Konstrukte darüber an, was richtig und was falsch, erwünscht und unerwünscht, als höflich und unhöflich oder sagbar und nicht sagbar gilt. Diese Normen und Werte haben wir im Lauf unseres Lebens anerzogen bekommen, wir wurden sozusagen sozialisiert und haben uns die Regeln der Gesellschaft zu eigen gemacht. Mit der Zeit werden wir uns ein eigenes inneres Netz aus diesen moralischen Richtlinien gespannt haben. Wir für uns wissen wie wir den moralischen Forderungen gerecht werden wollen, welche Werte wir besonders achten und wo wir auch mal ein Auge zudrücken 😉 Continue reading „Die Macht der Normalität“

Einsam oder Allein?

Ich habe das Gefühl, dass das allein Sein in unserer Gesellschaft verdammt verpöhnt ist. Wer allein ist, alleine im Café sitzt, alleine ins Kino geht oder einfach nur laut ausspricht, ich bin gerne mal einfach nur mit mir selbst, der hat doch eigentlich direkt ein Problem. Ganz schnell kommt dann die Frage, geht es dir gut? Hast du keine Freunde? Keinen Partner? Wie lange bist du denn schon so schrecklich einsam? Du Armer. Das tut mir so leid für dich…

Sich einsam oder allein zu fühlen sind doch aber zwei Paar Schuh. So kann ich alleine in meinem Zimmer sitzen, ein Buch lesen, Musik hören, eine Serie schauen, kochen und backen oder in Tagträumen schwälgen und ich bin dabei glücklich. Ich kann mich allein in mein Lieblingscafé setzen, am Rhein entlang schländern oder eine Fahrradtour durch den Stadtwald machen und mich dabei genau richtig fühlen. Dies bedeutet nicht, ein Einsiedlerdasein zu pflegen und nicht mit anderen auszugehen oder etwas zu unternhemen. Es ist einfach schön auch mal etwas Zeit nur mit sich selbst zu verbringen, die Beziehung zum eigenen Ich zu pflegen und dabei mit sich selbst im reinen zu sein.
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Wieder Alleine

Liebeskummer

Dumpf und schwer schlägt das Herz in meiner Brust,
Stechend scharf durchdringt mich der Verlust.

Quälend kriecht mir die Einsamkeit die Wirbelsäule hoch,
Boshaft und höhnisch setzt sie sich fest in meinem Nacken.

Laut und lähmend nimmt mich der Liebeskummer ein,
Allgegenwärtig schleicht er sich in meinen Alltag. Continue reading „Wieder Alleine“

Wo ist die Zeit geblieben?

+++ Eilmeldung: In der Nacht vom 25. auf den 26. März ist den Organisatoren der gemäßigten Zeitzonen ein wichtiges Stundenprotokoll abhanden gekommen! Die Lücke im Protokoll ist nicht mehr zu schließen. In den kommenden Wochen ist mit gravierenden Folgen zu rechnen. +++

 

Man sagt „Kommt Zeit, kommt Rat“, doch die Folgen der nun anbrechenden „Sommerzeit“, wie die zurückligende Katastrophe von Experten und Forschern bereits getauft wurde, sind gravierend. Das gestohlene Stundenprotokoll hat geradezu ein schwarzes Loch in den mitteleuropäische Zeitverlauf geschlagen und versetzt jeden hart arbeitenden Schüler, Studenten, Beamten und freien Arbeiter in Angst und Schrecken. Continue reading „Wo ist die Zeit geblieben?“

Angst vorm Scheitern

Bereits als Kind habe ich gerne geschrieben und meine Kurzgeschichten über Mäuse in Rathäusern oder von Fröschen auf Weltreise meinen Freunden vorgelesen. Die Leidenschaft zum Schreiben habe ich mit der Zeit nicht verloren – Ich entdeckte immer mehr, wie man mit Worten Überraschung, Freude und Lebendigkeit erschaffen kann. Irgendwann nahmen mich Freunde mit auf einen Poetry Slam und als ich dort die kunstvoll und mitreißend vorgetragenen Texte hörte, war es Wort wörtlich um mich geschehen. Ich nahm mir vor selber einmal an einem Slam teilzunehmen und habe lange mit mir gehadert, ob ich den Mut zu einem eigenen Auftritt denn auch wirklich zusammengekratzt bekomme. Continue reading „Angst vorm Scheitern“

Eine Hommage an den Montag

Lieber Montag,

Du hast es nicht einfach,
Denn es trifft dich gleich zweifach.
Vor dir herrscht das Wochenende,
Die Art von Naturell die in der Schule jeder wundervoll fände.
Doch mit dir beginnt die Arbeitswoche,
Die Dramenfigur die in der Schule niemand mochte.
Es sind lauter Vorurteile die bei dir liegen,
Unter E-Mailwut und Stapeldruck gibt´s Tischebiegen. Continue reading „Eine Hommage an den Montag“

Entscheidungsunfreudigkeit

Ich bin nicht gut im Entscheiden.
Doch Entscheidungen sind im Leben nicht zu vermeiden.
Nicht selten muss ich auf Adenauer zurückgreifen und wagen,
„Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern“ zu sagen.
Das ist anstrengend, verwirrend und unbefriedigend.
Weder aufschlussreich, noch gewinnbringend.
Nicht nur für euch, die mit mir zusammen die Welt erkennen, planen und verleben wollen.
Für mich selber ist es wie Flipperkugel rauf und runter rollen. Hier geht´s weiter!