Einsam oder Allein?

Ich habe das Gefühl, dass das allein Sein in unserer Gesellschaft verdammt verpöhnt ist. Wer allein ist, alleine im Café sitzt, alleine ins Kino geht oder einfach nur laut ausspricht, ich bin gerne mal einfach nur mit mir selbst, der hat doch eigentlich direkt ein Problem. Ganz schnell kommt dann die Frage, geht es dir gut? Hast du keine Freunde? Keinen Partner? Wie lange bist du denn schon so schrecklich einsam? Du Armer. Das tut mir so leid für dich…

Sich einsam oder allein zu fühlen sind doch aber zwei Paar Schuh. So kann ich alleine in meinem Zimmer sitzen, ein Buch lesen, Musik hören, eine Serie schauen, kochen und backen oder in Tagträumen schwälgen und ich bin dabei glücklich. Ich kann mich allein in mein Lieblingscafé setzen, am Rhein entlang schländern oder eine Fahrradtour durch den Stadtwald machen und mich dabei genau richtig fühlen. Dies bedeutet nicht, ein Einsiedlerdasein zu pflegen und nicht mit anderen auszugehen oder etwas zu unternhemen. Es ist einfach schön auch mal etwas Zeit nur mit sich selbst zu verbringen, die Beziehung zum eigenen Ich zu pflegen und dabei mit sich selbst im reinen zu sein.

Mit sich selbst im reinen sein.

Dies ist wohl der wichtigste Satz bei diesem Thema. Nur wenn ich mich selbst mag, mich gerne mit mir unterhalte und den Zugang zu mir selbst genieße, bin ich glücklich mit mir allein. Letztendlich führen wir die meisten Gespräche in unserem Leben mit uns selbst. Aus diesem Grund wird es bedeutsam, ob wir gerne mit uns reden. Und auch WIE wir mit uns reden. Sprechen wir nett, gewaltvoll, mit Empathie oder ablehnend mit uns selbst. All dies hat Einfluss auf unser Selbstwertgefühl, unsere Ausstrahlung und letztendlich auch darauf wie wir unsere Beziehungen zu der Außenwelt gestalten und diese im Weiteren verlaufen.

Allein sein wird zu Einsamkeit, wenn wir uns selbst verlieren.

Wenn wir uns in Gesprächen mit uns selbst regelrecht zerfleischen, weil wir nicht zufrieden mit unserem Auftreteten, unserem Aussehen, unserer Lebensgestaltung, dem Beruf, dem Gehalt, den Hobbies oder sogar mit unseren Gefühlen sind, dann wird aus dem allein Sein ganz schnell einsam Sein. Plötzlich fühlen wir uns verloren. Hilflos etwas zu verändern. Wünschen uns eine Schulter zum Anlehnen herbei. Suchen die Rettung für das innere Unglück im Außen. Schauen in den Spiegel und drehen uns kopfschüttelt weg.

Nur du selbst kannst es ändern.

Leider ist jedoch der Gedanke, dass jemand anderes uns erst helfen muss all dies wieder in richtige Bahnen zu lenken, das ideale Rezept zum Unglücklich sein. Denn kein anderer als du kann dir helfen den Zugang zu dir selbst zurückzufinden. Kein Mensch der Welt kennt dich so gut wie du dich selbst. Niemand sonst weiß, was du zum glücklich Sein eigentlich brauchst. Kein anderer als du selbst hat die Macht die Dinge in deinem Leben so zu verändern, dass du zum inneren Glück zurück findest. So ist dein bester Freund im Leben letztendlich DU SELBST.

Tu alles was dir gut tut, damit du dahin kommst, dass DU DIR gut tust.

Einsam Sein tut verdammt weh. Das darf es auch. Jammere, weine, fluche und bemitleide dich selbst. Um aus Einsamkeit einfach nur wieder allein Sein zu machen, solltest du dir jetzt etwas gutes tun. Was tut dir gut? Stelle dir diese Fragen und mache dir selbst eine Freude. Finde heraus, was dich glücklich macht und ermögliche dir diese Dinge, Momente und Erlebnisse. Wenn du selbst gut zu dir bist, wirst du dir irgenwann auch wieder selber gut tun. Und das ist verdammt erstrebenswert 🙂

Allein Sein bedeutet mit sich selbst gerne Zeit zu verbringen.

Steg

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