Entscheidungsunfreudigkeit

Ich bin nicht gut im Entscheiden.
Doch Entscheidungen sind im Leben nicht zu vermeiden.
Nicht selten muss ich auf Adenauer zurückgreifen und wagen,
„Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern“ zu sagen.
Das ist anstrengend, verwirrend und unbefriedigend.
Weder aufschlussreich, noch gewinnbringend.
Nicht nur für euch, die mit mir zusammen die Welt erkennen, planen und verleben wollen.
Für mich selber ist es wie Flipperkugel rauf und runter rollen.
Man kämpft für etwas und sagt lauthals „Ja, ich will!“
Nächster Morgen, neuer Tag und das Herz ist plötzlich still?
Ich befinde mich auf offensichtlich andrer Umlaufbahn.
Die befahrenen Gleise des Vortages liegen plötzlich lahm.
Bei erneuter Betastung durch ein und die selben Geschmacksknospen, hat man sich erwischt,
„Nein, das schmeckt mir eigentlich nicht.“

Ein Hin und ein Her.
Sag mal zu dir selbst, so will ich dich nicht mehr.
Das ist doch echt beschissen.
So bekommt man im Leben doch nichts gerissen.
Irgendwann muss man mal bei etwas bleiben.
Es auch in kauf nehmen sich daran zu reiben.
Einer Meinung für lange Zeit treu zu sein.
Anbahnender Entscheidungsumschwung? – trink einfach einen Wein.

Man entscheidet sich im Leben nun mal für einen Werdegang.
Den man nicht von Woche zu Woche noch mal ändern kann.
Es muss doch möglich sein, sich festlegen zu können.
Freigeist und Künstlertum, es sei Ihnen zu gönnen.
Doch irgendwann heißt es selber Geld verdienen.
Ob durch managen, richten oder andere bedienen.
Dann gibt es Miete zu zahlen.
Da hilft auch kein noch so gutes Traumschlösser malen.
Denn darin wohnen kannst du nicht.
Das verändert radikal die Sicht.
Auf der Straße leben möchte schließlich keiner.
Also trau dich und mach weiter.
Pack es an.
Ich sage nicht, dass man auch mal daneben liegen kann.
Doch um das zu spüren ist es notwendig zu verweilen.
Nur so ist es den Dingen möglich, neben Kummer auch Freud, mit dir zu teilen.

Manchmal lohnt es sich also, sich für eine Sache zu entscheiden.
Und im Idealfall eben auch dabei zu bleiben.

Hanna Pitsch, Mai 2015
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